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Eberesche-Vogelbeere

 

  

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Lateinischer Name                Sorbus aucuparia
Pflanzenfamilie                 Rosengewächse (Rosaceae) ,der Begriff ,,BEERE" ist botanisch falsch, da es sich um Mini-Äpfel handelt
Andere NamenVogelbeere, Vogelbeerbaum, Drosselbeere
Erkennungsmerkmale     

Die Eberesche wächst als Strauch und als mehr- oder einstämmiger Baum. Sie erreicht meist Höhen von 5-8m, selten auch 15m.

Die Blätter sind aus 9-15 Einzelblättern zusammengesetzt, diese sind etwa 5cm lang und haben eine längliche Lanzettform, sind scharf gezähnt und kaum gestielt. Ihre Unterseite ist behaart.

Sie blüht in doldenartigen Rispen, in denen viele der kleinen, cremeweißen Blüten zusammengefasst sind.

Die Blüten besitzen wie bei den Rosengewächsen üblich 5 Kelchblätter und verströmen einen eher unangenehmen Geruch.

Die Früchte der Vogelbeere sind 8-10mm groß und zeigen sich als leuchtend orangerot gefärbte Äpfelchen, die in dichten schirmrispigen Trugdolden an den Zweigen hängen und sehr dekorativ aussehen.

Blütezeit ist im Mai, jedoch in kühleren Lagen erst Anfang Juni.

Erntemonate                    

Knospen - November bis April

Blüten - Mai bis Anfang Juli

Beeren - frühestens September bis in den November (nach dem ersten starken Frost)

Verwendbare Pflanzenteile     

Knospen und Blüten:  lassen sich roh oder getrocknet als Gewürz für Süßspeisen verwenden. In Milchreis, Grießbrei oder Pudding werden sie einfach mit gekocht. Vor dem Servieren aber unbedingt entfernen. Sie verleihen den Desserts säuerliche, Mandelartige Aromen

Beeren: Vogelbeer-Lassi (Trinkjoghurt) , Mus, Fruchtaufstrich, Marmelade, Konfitüre, Sirup, Chutney

Getrocknete Beeren als Beimischung für Früchtetee.

Vorkommen                    

Die Eberesche ist in Mitteleuropa weit verbreitet und wächst in Mischwäldern, an Waldrändern, in Hecken und Gebüschen.

Aufgrund ihrer auffälligen Blüten, der Fiederblätter und vor allem der hübschen Früchte wird die Vogelbeere häufig in Gärten und Parks angepflanzt. 

Sie gedeiht auch in Mittelgebirgslagen an unwirtschaftlichen Standorten (bis auf 1500m Höhe),

Verwechslungsgefahr     

Elsbeere (Sorbus torminalis) seltenes einheimisches Laubgehölz

Mehlbeere (Sorbus aria)

Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia)

Die letzten beiden genannten findet man oft als Park-oder Alleebaum.

Speierling (Sorbus domestica) eher seltener anzutreffen

Die Früchte aller  genannten Arten sind essbar und können ähnlich wie die der Vogelbeere/Eberesche zubereitet werden.

Für Gartenbesitzer interesannt ist allerdings die Essbare Eberesche (Sorbus aucuparia ,,Edulis"). Diese Art wurde erst um 1810 in Mähren entdeckt. Sie hat größere Früchte, enthält keine Parasorbinsäure, ist reich an Vitamin C und enthält 8.5% Sorbit. Der Inhaltsstoff Sorbit-wurde früher zur Zuckerersatzgewinnung für Diabetiker hergestellt (heute wird dieser Stoff industriell gefertigt). 

Besondere Inhaltsstoffe     

 

reichlich Vitamin C (Zitrone des Nordens)

Gerbstoffe

Pektin

Zitronen- und Apfelsäure

(Para-) Sorbinsäure

Sorbit

Karotinoide (diese sorgen für die auffällige Farbe der Früchte)

Der bittere und saure Geschmack der rohen Früchte kommt durch Säuren und Gerbstoffe zustande-trotz der enthaltenen 10% Zucker. 

Eigenschaften

Pioniergehölz, äußerst frosthart und windfest,

gedeiht auf fast allen Böden (von trocken bis feucht) in sonnigen bis halbschattigen Lagen, 

Beeren sind wichtige Nahrungsquelle für über 60 Vogelarten und Kleinsäuger,

Blüten ziehen zahlreiche Insekten und Wildbienen an

Naturheilkundliche Anwendung

Früher waren die Beeren ein wichtiges Mittel gegen Skorbut, wegen dem hohen Vitamin C-Gehalt und dienten zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten.

Die abgekochten Beeren wurden in der Volksmedizin als harntreibend und leicht abführend beschrieben, daher nutzte man sie zur Behandlung von Gicht und Rheuma.

Galt als Geheimmittel für Redner und Sänger; Kräuterpfarrer Johann Künzle empfahl den Absud aus den Beeren zum Gurgeln bei Heiserkeit.

Die Blüten dienten einst als Hustentee. In manchen Gegenden war es Brauch, sie in einer Honigmilch aufzukochen und Kindern bei Erkältung zu verabreichen.

Zubereitung: 
 

 

Rohe Beeren verlieren erst durch Kochen oder Frosten einen Teil ihrer Bitterkeit und dadurch wird die enthaltene Parasorbinsäure in die verträgliche Sorbinsäure umgewandelt.
Wissenswertes:

Das Vogelbeeren giftig sind ist ein hartnäckiger Irrtum! Tatsächlich schmecken die rohen Früchte sehr bitter und sind ungenießbar. Sie enthalten in ihren Kernen Parasorbinsäure, die den Magen reizt und zu Magenbeschwerden/Bauchschmerzen und Durchfall führt. 

Koehnes Eberesche (Sorbus koehneana) trägt auffällige weiße Früchte und stammt aus Westchina und wird meist nur 2-3m hoch.

Rezept:

Vogelbeer-Lassi (Trinkjoghurt)

400g Vogelbeerenfrüchte

400ml reines wasser

400ml Orangensaft

2 EL Rohrzucker

1 Prise Zimtpulver

1 Vanillestange (ausgekratzt)

300g Naturjoghurt

250ml Milch, Molke oder pflanzliche Milch

 

Die gewaschenen entstielten Vogelbeeren kurz im Wasser aufkochen, die Flüssigkeit weggießen.

Die Beeren mit Orangensaft, Rohrzucker, Zimt und dem Mark der Vanillestange vermischen und erneut zum Kochen bringen. Nach 15 Minuten Kochzeit alles durch die Flotte Lotte drehen, Fruchtmark und Saft dabei auffangen und abkühlen lassen.

Diese Masse nun mit Naturjoghurt und der Milch, Molke oder Pflanzenmilch verquirlen und ab in den Kühlschrank.

Gut gekühlt servieren!

 Quelle:

Dr. Markus Strauß ,,Köstliches von Hecken und Sträuchern Natur und Genuss" Hädecke Verlag, Rudi Beiser "Unsere essbaren Wildpflanzen",

,,Die schönsten Gartenpflanzen" Buch von J. Mayer ,F. Kullmann, Wildes Oederan e. V.