Wald-Engelwurz

 

  

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Lateinischer Name                Angelica sylvestris
Pflanzenfamilie                 Doldenblütler (Apiaceae)
Andere NamenDreifaltigkeitsblume, Wilde Meisterwurz, Brustwurz, Zahme Angelika, Heiliggeistwurzel, Theriakwurz, Bachrohr
Erkennungsmerkmale     

Staude, Höhe 50 cm bis 200 cm, Stängel unbehaart, hohl, rund, schwach gerillt, weiß bereift, oft purpur überlaufen.

Blätter 2- bis 3-fach fiederteilig, Blättchen breit, gezähnt, Blattscheiden bauchig aufgeblasen.

Blüten weiß oder zartrosa, Hüllblätter 1-3 fehlend, Hüllchenblätter borstenähnlich, in halbkugeliger Dolde. Samen elliptisch, mit flügelförmigem Randrippen.

Erntemonate                    Beste Resultate bei der Ernte von Blättern und Stängeln: am Morgen, nachdem der Tau getrocknet ist, im Frühjahr und Sommer; Samen im Spätsommer; Wurzeln im Frühherbst ausgraben 
Verwendbare Pflanzenteile     gesamte Pflanze
Vorkommen                    

Berg- und Auenwälder, feuchte Wiesen, Waldlichtungen, Ufer, Wegränder, auf feucht-nassen, nährstoffreichen, tiefgründigen, leicht sauren Böden, mit einem hohen Anteil an Lehm und Ton. 

Im Gebirge kommt die Pflanze in Schluchten und nassen Auen bis auf Höhen von 1600m vor, sie bevorzugt Halbschatten, toleriert aber auch Schatten und Sonne. 

Verwechslungsgefahr     

hochgiftige Schierlingsarten, wie Wasserschierling, seine Blätter sind Fingerförmig ausgebildet und die einzelnen Blattfinger sind lang, schmal und haben gezähnte Ränder;

Gefleckter Schierling, dessen Blätter haben an ihrem Grund (Blattansatz am Stängel) keine auffälligen Blattscheiden und der Geruch bei diesen beiden Arten ist modrig;

giftiger Hecken-Kälberkropf, der borstig behaart und am Blattrand gekeerbt ist, Stängel sind unten meist rot gefleckt

Besondere Inhaltsstoffe     

 
hohe Konzentration an Bitterstoffen, ätherischen Ölen, Flavonen, Cumarinen, Gerbstoffen, Harzen und Zucker in der Wurzel
Eigenschaftengerinnungshemmend, entspannend, krampflösend, verdauungsfördernd, durchblutungssteigernd, stärkt die Abwehrkräfte
Naturheilkundliche AnwendungHals -und Lungeninfektionen, Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden, prämenstruelles Syndrom, Demenzsymptome, Sodbrennen, Anorexie, Arthritis, Kreislaufbeschwerden, ,,laufende Nase", Katarrh der Atemwege, Nervosität, Pest, Fieber, Grippe, Schlaflosigkeit/Schlafstörungen

Zubereitung: 
 

 

Frische Blätter und Blattstiele gelten als Delikatesse und werden zum Würzen von Suppen, Saucen und Salaten verwendet.

Die Stängelabschnitte können als Gemüse gegessen oder kandiert werden. In Frankreich werden kandierte Stängel traditionell als Dekoration auf feinen Petit Fours verwendet.

Die Wurzel kann als Gewürz und zur Aromatisierung von Likör oder Essig verwendet werden.

Die Samen nutzt man für Kuchen und Getränke,

Blüten für Teezubereitungen und Desserts.

Alle Pflanzenteile eignen sich hervorragend zum Trocknen oder Dörren.

Das Trockengut in sauberen Schraubgläsern aufbewahren, somit hat man immer eine würzige Grundlage für Gemüsebrühe griffbereit.

Wissenswertes:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Norwegen, Island und Grönland wurde diese Pflanze bereits im 12. Jahrhundert als Gemüse genutzt.

In Mitteleuropa fand die Angelika erst im Zuge der ersten großen Pestwelle 1348/49 weite Verbreitung. Die Echte Engelwurz (Angelica archangelica) soll der Legende nach, damals in der größten Not einem Erzengel höchstpersönlich erschienen sein und er soll sie den Menschen als Schutz vor dem ,, schwarzen Tod" empfohlen haben.

Im 14. Jahrhundert war die Pflanze allgegenwärtig bekannt und wurde in den Klostergärten angebaut.

Mitte des 16. Jahrhundert sollte das Kraut vor ,,Böser Zauberei" bewahren. So hing man in Frankreich den Kindern diese Pflanze als Amulett um den Hals, um sie vor den Machenschaften des Teufels zu schützen.

ACHTUNG!

Angelikawurzel nicht bei Magen- Darmgeschwüren anwenden.

Bei empfindlichen Menschen kann der Pflanzensaft in Verbindung mit Sonne fototoxische Reaktionen (Dermatitis, Hautreizung) verursachen! Handschuhe tragen.

Rezept:

Engelwurz-Orangen-Salat

4 Handvoll junge, zarte Blätter/Triebe/Stängel oder 2-3 Wurzelknollen vom Engelwurz oder Waldengelwurz

2 saftige Orangen

2 EL kalt gepresstes Walnuss- oder Haselnussöl

etwas Zitronensaft

1 EL Sahne oder Rahm

Salz, Pfeffer

 

Im Frühjahr die frisch gesammelten Blätter, Triebe und Stängel waschen und in mundgerechte Stücke schneiden

(schält man die Stängel vor dem Zerkleinern, schmecken sie milder).

Im Herbst und Winter verwendet man anstelle des frischen Grüns, die gewaschenen in Dampf gegarten Wurzelknollen.

Die Orangen schälen evtl. die weiße Haut entfernen, filetieren und mit den Engelwurzstücken vermischen. 

Ein Dressing aus Öl, Zitronensaft, Sahne, Salz und Pfeffer anrühren und über den Salat träufeln.

 Quelle:

Dr. Markus Strauß ,,Köstliches von Sumpf-und Wasserpflanzen Natur und Genuss"; Das große Handbuch Klosterheilkunde von Dr.Mayer, Dr, med. Uehleke, Pater Saum; Kräutergarten von Bohne - Volk - Dittus - Bär; Mein Kräutergarten von Miranda Smith;

Ätherische Öle Nachschlagewerk - Legacy Edition Das Vermächtnis (10. Ausgabe); Unsere Heilkräuter, Dr. Ursula Stumpf, KOSMOS; Unsere essbaren Wildpflanzen, Rudi Beiser, KOSMOS; Wildes Oederan e.V.